Problemloser Einsatz von KLARK auf der Baustelle

Beat Lötscher, Abteilungsleiter bei Mettler Prader AG, berichtet von seinen Erfahrungen mit dem Klimabeton auf der Baustelle, von den Herausforderungen, Erfolgserlebnissen und warum er KLARK jederzeit wieder einsetzten würde.

Ausgangslage und Projektkontext

Im Rahmen eines Infrastrukturprojekts in Untervaz wurde der Einsatz von KLARK als Spritzbeton für den Bau eines neuen Kreisels erprobt. Eine zentrale Voraussetzung für die Umsetzung war die Haltung der Bauherrschaft: Die öffentliche Hand muss eine Vorreiterrolle übernehmen, um private Bauherren zu motivieren, nachzuziehen. Diese Überzeugung wurde von der Bauherrschaft – bestehend aus der Gemeinde Zizers und dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) – geteilt und machte das Projekt erst möglich.

Von der Idee zur Umsetzung

Die langfristige Klimastrategie 2050 des Bundes definiert Massnahmen für Gebäude, Industrie, Verkehr, Luftfahrt und Landwirtschaft. Gemäss Klima- und Innovationsgesetz (Art. 10) sollen der Bund und bundesnahe Betriebe eine Vorbildfunktion einnehmen und ihre CO₂-Emissionen wo möglich deutlich senken. Für das ASTRA liegt das grösste Potenzial in Bauprojekten der verschiedenen Gebietseinheiten. Pilotprojekte bei Unterhalts- und Ausbauvorhaben sollen aktiv Emissionen reduzieren und zukünftige Einsparpotenziale aufzeigen.

Für das Projekt Querverbindung Untervaz–Zizers setzten die ARGE Mettlerprader und Cellere AG gemeinsam mit dem Bauherrenvertreter des ASTRA diese Ziele um. Ursprünglich war geplant, KLARK als klassischen Konstruktionsbeton einzusetzen. Dazu wurden alle vorgesehenen Tiefbausorten auf ihre Eignung geprüft. Der Bauherr zeigte grosses Interesse, stellte zahlreiche Rückfragen und brachte schliesslich selbst die Idee ein, den Beton als Spritzbeton zu verwenden. Nach internen Abklärungen und vertieftem Austausch wurde entschieden, KLARK gezielt als Spritzbeton einzusetzen. Damit betrat das Projekt bewusst Neuland – mit klarer Zielsetzung und gemeinsamer Verantwortung.

Praxiserfahrungen auf der Baustelle

Die Ausführung verlief insgesamt sehr positiv. Gestartet wurde mit einer Senkenleistung von 50 %, was problemlos funktionierte. In weiteren Etappen wurde die Mischung auf 75 % erhöht – ebenfalls ohne Schwierigkeiten. Beim Versuch mit 100 % Senkenleistung konnten wertvolle Erkenntnisse zur Förderbarkeit gewonnen werden. Auf Basis dieser Erfahrungen wurde die optimale Einstellung von 75 % gewählt, bei der der gesamte Prozess stabil und reibungslos verlief.

Im Vorfeld galt besondere Aufmerksamkeit der Förderbarkeit: grosse Spritzbetonetappen, lange Schlauchleitungen und die Frage, ob Ablagerungen oder Stopfer entstehen könnten. Die Praxis zeigte jedoch vergleichbare Ergebnisse wie bei konventionellem Spritzbeton.

Vorbereitung, Zusammenarbeit und Akzeptanz im Team

Der Einsatz von KLARK erfordert etwas mehr AVOR als konventioneller Spritzbeton. Die eingesetzte Maschinerie bleibt unverändert, jedoch braucht es eine engere Abstimmung mit dem Lieferwerk und eine intensivere Begleitung während der Ausführung. Besonders beim ersten Einsatz bewährte sich die Anwesenheit einer Fachperson des Lieferwerks vor Ort: So konnte sich der Polier voll auf den Baustellenablauf konzentrieren, während Einstellungen wie Druck oder Schnellbinder gemeinsam mit dem Spritzmeister optimiert wurden.

Der Polier war von Anfang an hoch motiviert und zog das gesamte Team mit. Die Mitarbeitenden empfanden es als spannend, mit einem neuen Material zu arbeiten. In der Verarbeitung unterscheidet sich KLARK nur minimal von herkömmlichem Spritzbeton: leichte Farbabweichung, etwas anderes Reaktionsverhalten – insgesamt jedoch gut kontrollierbar und für den Spritzmeister problemlos handhabbar.

Fazit und Empfehlung

Der Einsatz von KLARK hat die Erwartungen klar übertroffen: Der Ablauf war stabil, die Verarbeitung funktionierte besser als erwartet und das Endresultat überzeugt. Der zusätzliche Aufwand in der Vorbereitung zahlt sich eindeutig aus. Entscheidend war zudem der kontinuierliche Support und Austausch – nicht als einmaliger Produkt-Pitch, sondern als partnerschaftliche Zusammenarbeit, die das Projekt über die Ausführung hinaus weiterentwickelt.

Die Empfehlung von Beat Lötscher lautet deshalb: ausprobieren.
KLARK ist eine Lösung, die keine Abstriche gegenüber konventionellem Beton – weder technisch noch qualitativ – macht. KLARK funktioniert, ist praxistauglich und zeigt, dass nachhaltiger Beton auf der Baustelle Realität sein kann.

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