KLARK in der Praxis

Im Interview teilen Martina Wuest, Architektin und Inhaberin von idArchitekt.innen SIA AG und Patric Fischli-Boson, Inhaber und Bauingenieur bei Büeler Fischli Bauingenieure AG, ihre Erfahrungen mit KLARK und dessen Einsatz bei einem gemeinsamen Bauprojekt.

Ausgangslage und Projektkontext

Martina (Architektin, idArchitekt.innen SIA AG) und Patric (Bauingenieur, Büeler Fischli Bauingenieure AG) begleiteten gemeinsam den Ersatzneubau an der Limmattalstrasse 404/406 in Zürich mit insgesamt 26 Wohnungen. Beide Büros arbeiten seit Jahren eng zusammen und teilen eine klare Haltung: Architektur, Tragwerk und Nachhaltigkeit müssen von Anfang an gemeinsam gedacht werden.

Das Gebäude basiert auf einem konsequent optimierten Tragwerkskonzept mit sichtbaren Beton-Fertigelementen, schlanken Decken und klarer struktureller Lesbarkeit. Ziel war es, den Materialeinsatz – insbesondere Beton und Stahl – bereits auf Systemebene stark zu reduzieren. Diese Reduktion ist für beide der wichtigste Hebel für nachhaltiges Bauen, noch bevor über alternative Materialien gesprochen wird.

Entscheid für KLARK: Ökobilanz, Fakten und Verantwortung

Der Einsatz von KLARK entstand aus dem Anspruch, die Ökobilanz des Gebäudes weiter zu verbessern. Trotz bereits stark reduziertem Betonanteil – unter anderem durch Deckenstärken von nur 16 cm, eine konsequente Systemtrennung sowie eine optimierte Statik und klare Lastableitung – blieb im Vergleich zu alternativen Bauweisen wie Holz noch ein relevanter Anteil bestehen. Patric kam durch seine Tätigkeit an der ZHAW im Rahmen von Untersuchungen zu alternativen Deckensystemen erstmals mit KLARK in Kontakt.

Entscheidend für die Wahl waren nicht Marketingversprechen, sondern wissenschaftlich belegte Fakten. Dazu zählen die Langfristigkeit der CO₂-Speicherung, die mittlerweile mit einer Dauer von über 500 Jahren bestätigt ist, sowie deren transparente Dokumentation durch CO₂-Zertifikate, die direkt zugunsten der Bauherrschaft ausgestellt werden. Für Planungsteam und Bauherrschaft war klar: Klimabeton ist nur dann glaubwürdig, wenn das CO₂ effektiv im Bauwerk fest gebunden ist und diese Wirkung nachvollziehbar dokumentiert werden kann. Genau hierin sahen sie den entscheidenden Unterschied zu reinen Kompensationslösungen.

Umsetzung und architektonische Qualität

KLARK wurde mit Ausnahme der erdberührenden Bauteile im gesamten Gebäude eingesetzt, auch in sichtbaren Bereichen. Die spezifische Materialität blieb partiell ablesbar und unterstützte die architektonische Klarheit des Projekts.

Die Zusammenarbeit mit den zuständigen Ansprechpartnern war eng, partnerschaftlich und lösungsorientiert. Das Projekt zeigte, dass innovativer Beton auch im anspruchsvollen Wohnungsbau zuverlässig eingesetzt werden kann.

Fazit und Empfehlung

Das Projekt stiess auf grosses Interesse – sowohl bei Fachleuten als auch in der Öffentlichkeit. Nachhaltiges Bauen wurde sichtbar, greifbar und diskutierbar. Für Martina und Patric ist klar: Optimierte Tragwerke in KLARK haben grosses Potenzial, insbesondere bei Bauherrschaften, die Projekte zunehmend auch nach CO₂-Kriterien beurteilen.

Beide würden KLARK wieder einsetzen und weiterempfehlen – als nachhaltiger Betonersatz innerhalb einer ganzheitlichen, verantwortungsvollen Bauweise.

Mehr über den Ersatzneubau-Projekt an der Limmattalstrasse

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